Neuseeland hat gewählt

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Am 20. September ging es darum, ein neues, dass 51., Parlament zu wählen. Die 2014 General Election. Es gibt auch hier mehrere Parteien, die sich einen zum Teil heftigen Wahlkampf lieferten. Die offiziellen Zahlen werden am 4. Oktober vorgelegt, das vorläufige Ergebnis lautet aber wie folgt. Die 120 Sitze +1 Überhangmandat wurden vergeben an:Sitzeverteilung

Partei Sitze % Stimmen
National 61 48.1%
Labour 32 24.7%
Green 13 10.0%
New Zealand First 11 8.9%
Maori 2 1.3%
ACT New Zealand 1 0.7%
United Future 1 0.2%

 

 

 

Obwohl die National Party nur 48% der Stimmen bekommen hat, hat sie jetzt 2 Sitze mehr als 2011 und somit eine hauchdünne Mehrheit und könnte theoretisch alleine regieren. Ob sie dennoch weiterhin mit der Maori Party koaliert und die Minister bestehen bleiben, wird sich nach den offiziellen Zahlen in den nächsten Tage zeigen, und wenn es anschließend zur Regierungsbildung kommt.

Was ich besonders gut finde ist, dass man nicht nur am Hauptwahltag, sondern auch schon gute 2 Wochen zuvor seine Stimme abgeben kann. Nicht das ich bisher lange Schlangen bei der geringen deutschen Wahlbeteiligung erlebt hätte, aber sollte eine Briefwahl nicht mehr möglich sein, wäre es schön ein paar Tage eher hingehen zu können. Vielleicht liegt es auch daran, dass die Wahlbeteiligung hierzulande bei 77% (+3%) liegt, etwas mehr also als bei der Bundestagswahl 2013 mit 71%.

Außerdem ist es Gesetz, dass am Hauptwahltag kein Wahlkampf mehr betrieben werden darf und alle Werbung entfernt sein muss. Wer kennt sie nicht, die abgerissenen Gesichter, die noch wochenlang nach der Wahl überall herumhängen und das deutsche Stadtbild „verschönern“.

Wie bei den deutschen Wahlen gibt es auch hier die Erst- und Zweitstimme. Die erste Stimme ist für die Vergabe der Parteiensitze, die Zweitstimme für den Listenkandidaten aus den insgesamt 71 Wahlkreisen (den sog. Electorates). Wie das neuseeländische Wahlsystem funktioniert, wird im folgenden Video ganz gut erklärt.

 

Dass Maori, ACT und United Future trotz Scheiterns an der 5% Hürde im Parlament mit Sitzen vertreten sind, liegt eben daran, dass sie einen Wahlbezirk durch die Zweitstimme geholt haben.

Bei den nächsten Parlamentswahlen 2017 dürfen wir wahrscheinlich schon mitwählen. Mal schauen. 🙂

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