Andi´s erster Arbeitsmonat

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Tja, wie waren denn nun eigentlich die ersten 4 Wochen als Halb-Kiwi? Am ersten Tag bekommt man eine Sicherheitsunterweisung. Wie verhält man sich, wenn die Erde wieder wackelt und wo rennt man hin. Es gibt auch eine kleine Krankenstation, die allerdings vollgepackt ist mit Möbeln und Kartons. Dann das wichtigste, der Pausenraum. Hier findet sich jeder Mitarbeiter mindestens 3x täglich ein und genießt seinen von der Firma gesponsorten Tee oder Kaffee. Der Sandwichtoaster ist mittags hart umkämpft. Ab und zu gibt es kostenloses Müsli oder Cornflakes von befreundeten Firmen, quasi als Produktproben.

Ich habe versucht mir so viele Namen wie möglich zu den Gesichtern zu merken. Bei 30 direkten Kollegen von insgesamt 200 im ganzen Gebäude, ist das jedoch nicht immer ganz einfach. Der schönste Tag ist, und das ist wohl international überall gleich, der Freitag. Warum mir dieser Tag besonders gefällt? Pünktlich um 16:30 Uhr nachmittags tauschen alle ihre Tastatur, Taschenrechner und Kugelschreiber mit einem gekühlten Bier. Außerdem werden Chipstüten verteilt. Natürlich auch ’sponsort by company‘.

Es haben sich einige Mitarbeiter zu einem „Social Club“ zusammengeschlossen. Monatlich kostet es einen Beitrag von $20, der direkt vom Gehalt abgezogen wird. Davon werden alle paar Wochen Aktivitäten finanziert. Mal wird Poker gespielt und Pizza gegessen oder es geht zur Shooting-Ranch, um mit der Schrootflinte auf Tonscheiben zu schießen. Die Weihnachtsfeier im Dezember und eine Mid-Winter Christmasfeier im Juli (ja, genau, 2 Weihnachtsfeiern in einem Jahr) werden auch größtenteils davon bezahlt. Zudem bietet mein AG Vergünstigungen für eine private Krankenzusatzversicherung (10% Rabatt) an und es gibt ein paar Sparmöglichkeiten bei der hauseigenen Versicherung. Also viele kleine Nettigkeiten, die mir dort geboten werden.

Unsere Hoffnung auf eine bessere Work-Life Balance haben sich zumindest in den ersten Wochen schonmal bestätigt. Als ich für ein paar Tage in einer der Filialen war, konnte ich die Gelassenheit und Ruhe hautnah miterleben 🙂 Und im Backoffice ist es auch sehr angenehm. Nur die zwischen Montag und Donnerstag bestehende Hemdpflicht nervt ein wenig, aber am Casual Friday darf man tragen, was man gerne möchte. Gesponsert werden die Hemden, 100%tige Merino Wollpullis (sehr angenehm zu dieser kälteren Jahreszeit) und eine winddichte Fleece Jacke vom AG. An die Großraumbüros muss ich mich allerdings noch etwas gewöhnen.

Now you are a real Kiwi!

AIMG_0935 (2)ußerdem haben wir schon innerhalb von wenigen Tagen wieder die Gastfreundlichkeit und Hilfsbereitschaft der Neuseeländer erfahren dürfen. Als es nun darum ging, unsere neue Wohnung einzurichten, haben sich innerhalb von Stunden Kollegen gemeldet, die eine Couchgarnitur hier, eine Kommode da, ein Esstisch dort oder was auch immer günstig zu verkaufen haben. Mein Boss hat Auto und Anhänger zur Verfügung gestellt, damit wir das Bett transportieren konnten. So hatten wir schon vor Einzug die wichtigsten Dinge zusammen. Zu jedem richtigen Kiwi-Haushalt gehört auch ein „Tomato-Squeezer“. Der wurde uns ebenfalls von meinen Kollegen geschenkt mit den Worten: „Now you are a real Kiwi“. 🙂

Neuseeland muss viele Produkte teuer importieren. Daher wird Second-Hand hier sehr groß geschrieben. Neben Trademe (dem neuseeländischem eBay) gibt es Organisationen (Salvation Army, Red Cross,…) die günstig Ware anbieten. Auch werden wöchentlich hunderte von Artikel über Auktionshäuser versteigert oder man besucht einen der vielen Pfandhäuser (Pawnshops). Kleinere Second-Hand Läden sind überall in der Stadt verteilt. Man muss nur zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein, dann klappt es auch mit dem günstigen Hausstand, denn alles auf einmal einkaufen, geht schon sehr an den Geldbeutel.

 

Queen´s Birthday
ANZAC Day

2 Antworten

  1. Hallo Andreas,
    liebe Katharina,
    schön, daß Ihr Euch als New-Kiwi so gut eingelebt / eingearbeitet habt. Ungeduldig erwarte ich immer wieder Eure neuen Einträge. Um so mehr freut es mich, wenn Ihr Euch so gut beruflich und privat in Eurer neuen, selbstgesuchten Umgebung zurecht findet und damit zufrieden seid.

    Macht weiter so. Habt Ihr schon Kontakt mit Anika Ludewig aufnehmen können?
    Robert

  2. Hans-Werner

    Hallo Ihr Lieben,
    ja..auch ich finde es immer wieder spannend zu lesen, wie es Euch geht und was Ihr so alles erlebt.
    Die KIWIS sind ja wirklich sehr gastfreundlich!! Und Dein Arbeitsplatz sieht doch auch ganz ordentlich aus…die Arbeit geht dort anscheinend nicht so stressig ab wie hier in Deutschland…alles irgendwie sozialer und nicht so ellenbogenmäßig,,, cool..
    Auch das alle beim Um- bzw. Einzug so toll mithelfen finde ich wirklich toll…
    Abner ich denke, dass auch Ihr dazu beitragt, dass man mit Euch so toll umgeht…wie man in den Wald reinruft….
    In diesem Sinne…bleibt wie Ihr seid und weiter viel Spaß und wenig Stress!!! 😉
    Gruß

    Hans-Werner und Familie